Bergwandertour Stubaier Alpen 2007

 

Unserer diesjährige Hüttenwandertour führte uns in die Stubaitaler Alpen.
Wir starteten pünktlich am 20.09.2007 um 02:00 Uhr Richtung Kematen in Tirol.
Unsere erste Rast haben wir kurz nach 05:00 Uhr am Rasthof Illertal gemacht.
Frisch gestärkt nach einer Tasse Kaffee ging es weiter.
Ab jetzt fuhr Marco. Kurz vor 08:00 Uhr erreichten wir frohen Mutes Kematen.
Hier holten wir zunächst an der Pension Gritsch den Schlüssel ab, fuhren dann zum guten Bäcker Ruetz im Ort frühstücken.

Während des Frühstücks kam die Frage auf, wie wir nach Praxmar kommen sollten.
Ralf hatte die gute Idee mal beim Tourismusverband nachzufragen. Dort sagte man uns, das derzeit keine Saison ist und somit auch keine Busse fahren würden.
Die nette Dame vom Tourismusverband bestellte dann für uns ein Taxi. Dieses kam pünktlich um 10:00 Uhr zur Pension und holte uns ab.
Dort hatten wir uns noch umgezogen und unsere weiteren Sachen für die Rückfahrt deponiert und das Auto geparkt.
Nach einer Fahrzeit von ca. 30min kamen wir in Praxmar an.
Nach Sichtung der örtlichen Gegebenheiten richteten wir die Rucksäcke, schnürten die Stiefel fest und machten uns fertig für den ersten Aufstieg.

Zunächst ging es ca. 200 bis 300 HM recht einfach, bevor es steiler wurde und häufiger kleine Pausen eingelegt wurden.
Die Wegführung war eindeutig und gut erkennbar (Trampelpfade, Almen und Wiesen). Die Landschaft beeindruckte uns sehr, zumal auch das Wetter durch strahlend blauen Himmel und angenehme Temperaturen einen guten Beitrag leistete.
Die kleinen Probleme, die wir aufgrund mangelnden Schlafes bekamen, wurden verdrängt.

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Unsere erste größere Rast mit Mittagsverpflegung machten wir gegen 13:00 Uhr am Bergersee.
Dort wurde, schon traditionell, von Reinhold ein lecker Süppchen gekocht. Dazu gab es Salzkräcker mit „Ahler Wurscht“.

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Nach ca. 30min ging es weiter Richtung „Pforzheimer Hütte“.
Nach Erreichen des Satteljochs wollten wir ursprünglich auf die Lampsenspitz steigen.
Wir deponierten die Rucksäcke sicher hinter einigen Felsen und machten uns auf. Nach ca. 100 Höhenmetern machten wir halt und kehrten um.
Es lag zuviel Schnee und unsere Kräfte waren auch nicht mehr die Besten. Wir wollten kein unkalkulierbares Risiko eingehen.
Das die Entscheidung richtig war, zeigte der nun folgende Abstieg zur Pforzheimer Hütte. Gegen 17:30 Uhr waren wir froh dort eingetroffen zu sein.
Es gab konditionelle Probleme wie auch Probleme mit den Gelenken. Der Aufenthalt dort überraschte uns sehr, gegenüber letztem Jahr waren die Hütten deutlich besser ausgestattet (u.a. warmes Wasser und bequeme Betten, doch es sollte im weiteren Verlauf noch besser kommen).
Hier hat der DAV gegenüber dem ÖAV einen höheren Standard. Ein gemütlicher Abend ließ die Strapazen schnell vergessen.
Die Hüttenküche war sehr lecker, wir spielten UNO, tranken noch einige Bierchen und gingen gegen 21:00 Uhr schlafen.

Nach einer erholsamen Nacht in guten Betten frühstückten wir gegen 07:30 Uhr. Wir ließen uns Zeit und machten uns erst gegen 09:00 Uhr zur „Schweinfurter Hütte“ auf. Der Aufstieg war sehr heftig. Zunächst noch ohne Schnee kam dieser aber dann doch noch wie erwartet unterhalb des Gleirschjöchl auf 2750m.

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Bis dahin ging es recht steil bergan. Gegen 11:00 Uhr waren wir oben.

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Der Abstieg zur „Schweinfurter Hütte“ im steinigen und felsigem Untergrund war problemlos, fast schon erholsam. Unser traditionelles Mittagessen nahmen wir an einem relativ großen Bachlauf , wo frisches Wasser vorhanden war ein. Unsere durchgeschwitzte Oberbekleidung konnten wir in der warmen Sonne trocknen. Strahlend blauer Himmel und warme Temperaturen verwöhnten uns.

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Nach dieser Pause ging es zügig weiter. Kurz vor 14:00 Uhr erreichten wir die Hütte. Nach einem Anruf von Ralf zu Hause kam die obligatorische Frage: „Wie, ihr seid schon an der Hütte“. Waren wir dennoch froh so früh zu sein. Wir saßen relativ lang auf der sonnigen Terrasse und genossen den Nachmittag. Ein lecker Weizen und anschließend ein Apfelstrudel mit einer Tasse Kaffee versüßten den Tag.

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Die Hüttenwirtin empfahl uns das All-inclusive Paket (nein, es war nicht so wie es klingt), es beinhaltete ein 3-Gängemenü (Suppe, Hauptspeise, Obstsalat) sowie ÜN im komfortablen 3-Bettzimmer mit Frühstück. Nach Betrachtung der sanitären Anlagen hatten wir den Eindruck in einem Hotel zu sein, die heiße Dusche tat soooooo guuuuuut !!!! Abends spielten wir in harmonischer Gesellschaft einige Gesellschaftsspiele. Nach ein par weiteren Weizen gingen wir wieder gegen 21:00 Uhr zu Bett. Schnell schliefen wir alle ein. Doch mitten in der Nacht schreckten Ralf und Reinhold plötzlich auf. Marco gab alles und schnarchte was der Hals hergab. Morgens kam die Ausrede, sein Kopfkissen wäre wohl zu klein gewesen. Naja.

Das Frühstück war wieder sehr umfangreich mit Wurst und Käse. Das Brot (Kümmelbrot) und der Kaffee waren lecker. Gegen 08:00 Uhr machten wir uns auf zur Winnebachseehütte.

Zunächst kamen wir gut voran, wurden nach ca. 30 min von zwei anderen Gruppen überholt. Diese zogen schnur stracks von uns weg. Bei dem nur leichten Anstieg war dies auch nicht weiter verwunderlich, diese Gruppen hatten ja heute noch einiges mehr vor, doch dazu später mehr. Um ca. 11:00 Uhr schien auch für uns die Sonne, bis dahin gingen wir im Schatten.

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Ab da hatten wir aber teilweise mit sehr hohem Schnee zu kämpfen. Oftmals versanken wir mehr als Knöcheltief im Schnee. Dies war sehr kraftraubend. Mit zunehmender Höhe wurde die Luft immer dünner. Reinhold hatte damit auch aufgrund einer Erkältung am meisten zu kämpfen. Bis zum Übergang „Zwieselsbachjoch“ brauchten wir noch einmal ca. 90 min. Dort angekommen wurden erst mal durch Marco und Ralf die Wasserflaschen aufgefüllt. Reinhold machte in derzeit Pause und versuchte sich ein wenig zu erholen. Der Abstieg war zunächst recht steil. Wir hatten Handyempfang und meldeten uns erst mal bei unseren Frauen. An einem windgeschützen Platz wurde wieder ein Süppchen und „Ahle Wurscht“ gegessen. Um ca. 15:30 Uhr erreichten wir die „Winnebachseehütte“.

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Kaputt aber gut gelaunt gingen wir zunächst unser Zimmer beziehen, Marco durfte sogar alleine schlafen (Gründe sind ja seit gestern hinreichend bekannt), anschließend duschen und genossen dann die letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse.

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Ein Bierchen und ein Apfelstrudel mit einer Tasse Kaffee verkürzten die Zeit bis zum Sonnenuntergang. Hier erfuhren wir dann auch vom Hüttenwirt den Verbleib der beiden Gruppen des Vormittags. Die einen zogen noch weiter über einen Gletscher bis zur Amberger Hütte (nochmals ca, 5 h Marsch) und die anderen zogen weiter zum Westfalenhaus (nochmals ca. 3 h Marsch). Dies zeigt uns doch die Risiken, die einige auf sich nehmen, wir sind der Meinung, keinem etwas beweisen zu müssen und mehr den Genuß der Natur und der Berge in den Vordergrund zu stellen als irgendwelche Rekorde aufstellen zu wollen.Verwunderlich an dieser Hütte war vor allem, daß dort viele kleine Kinder (ca. 2-4 Jahre) waren und nicht zur Hüttenfamilie gehörten. Da stellt sich die Frage, wie diese dorthin gekommen sind (selbst gelaufen eher nicht, dazu sind die Wege viel zu gefährlich; getragen stellen wir uns zu anstrengend für die Eltern vor; diese Frage blieb leider unbeantwortet.) Abends in der Hütte packten wir ein Kniffelspiel aus und würfelten. Zwischendurch wurde das Abendessen bestellt. Ralf und Marco bekamen Schweinebraten mit Nudel, Reinhold bevorzugte mal wieder Kaiserschmarren. Zu uns gesellten sich noch drei lustige Gestalten, die nachmittags angeblich ein Bad im Gletschersee genommen hatten. Dies war nicht die einzige seltsame Geschichte des Abends. Doch wir gingen nicht so sehr auf sie ein, so daß keine richtige Unterhaltung zu Stande kam.

Am nächsten Morgen brachen wir um ca. 08:00 Uhr zu unserer letzten Tour auf. Wir gingen zunächst über viel Geröll über das „Winnebachjoch“ zur Westfalenhütte.

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Der Anstieg war nicht allzu steil, aber lockeres Geröll ist auch kraftraubend. Selbst nach dem Übergang fanden wir nach einer kleinen gesicherten Kletterstelle wieder nur Geröll vor. Dies bekleidete uns bis kurz vor die Westfalenhütte. Dort kamen wir um ca. 11:30 Uhr an.
Wir stärkten uns mit einer Suppe bzw. einem Salatteller. Nachdem wir gegessen hatten, machten wir uns über den Winterweg auf Richtung Lüsens. Dort kamen wir gegen 14:00 Uhr an und wurden dann um 14:30 von Klaus abgeholt. Den letzten Abend verbrachten wir dann in Kematen in dem Restaurant Bierwirt bei einem ca. 2m² großen Wiener Schnitzel mit Unmengen Fritten. Übernachtet haben wir dann bei Ralfs Verwandtschaft in der netten Pension Gritsch, Marco hatte natürlich wieder das Anrecht auf ein EZ!. Nach einem ausgiebigen Frühstück schauten wir uns zunächst noch zwei Hotels an, wo wir eventuell Silvester feiern wollten. Um 10:30 Uhr brachen wir dann Richtung Heimat auf. Wir kamen recht gut voran, hatten nur einige kleine Staus auf der A8 bei Stuttgart.
Während der Heimfahrt ging es Ralf immer schlechter. Er hatte sich eine dicke Erkältung eingefangen. Nach der obligatorischen Rast bei MC in Karlsruhe und dem Fahrerwechsel zu Reinhold ging es dann zügig weiter und wir erreichten heimatliche Gefilde gegen 17:00 Uhr.

Zusammenfassend sei folgendes gesagt. Für uns war es eine anstrengende aber sehr schöne Tour,hauptsächlich geprägt durch perfektes Spätsommerwetter. Das von uns zuvor durchgeführte Training und auch die im Vergleich zum Vorjahr leichteren Rucksäcke taten ihr gutes dazu bei. Wir werden sicherlich auch in den nächsten Jahren wieder solche Touren unternehmen, auch wenn wir nicht immer von so hervorragenden Wetterbedingungen ausgehen können. Die nächste Männertour steht im Mai 2008 an, wenn es wieder heißt: Dorsch, wir kommen !!! (dann wird wieder in Dänemark geangelt).

Alle Bilder der Tour sind wieder in unserer Bildergalerie zu finden.

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